Per Aspera ad Astra

Als ich als Kind auf das Goethe Gymnasium in Stolberg ging, prangte in weissen Stein gemeisselt der Spruch "Per Aspera ad Astra" in goldenen Buchstaben. Sooft ich unter diesen Lettern beim Betreten der Schule hergegangen bin, so selten habe ich an die Wahrheit dieses Spruches gedacht.

„Per aspera ad astra“ ist ein bekanntes lateinisches Sprichwort, das wörtlich „Durch das Raue zu den Sternen“ bedeutet. Es wird meist mit „Auf rauen Wegen zu den Sternen“ oder „Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“ übersetzt. Der Ausdruck steht metaphorisch dafür, dass man durch Anstrengungen, Hindernisse und harte Arbeit große Ziele erreichen kann.
Dies gilt auch, und erst recht, für die Ausbildung zum Falkner. Ich frage mich auch, warum man als Falkner wissen muß, wann die Brunft der Hirsche beginnt, wie sich die Douglasie von einer Fichte unterscheidet und welche Kaliber in eine bestimmte Büchse passen. Aber bei der Jägerausbildung wird auch Wissen über das jagdbare Wild für Greifvögel vermittelt. Durch diese Ausbildung muss man halt durch. Und auch die Falknerausbildung umfasst Lerninhalte, deren Sinn sich nicht gleich erschliesst, aber sie sind prüfungsrelevant. Da hilft alles nichts, man muss büffeln und pauken.

Wenn man jedoch die Jäger- und Falknerprüfung bestanden hat, hat man eins bewiesen: man hat den Biss, mit den täglichen Herausforderungen der Falknerei fertig zu werden. Und darum geht es doch hauptsächlich.

Mit einem Falken über einen gut besuchten Mittelaltermarkt zu schlendern und die Besucher an dem vertrauten Verhältnis zwischen Falkner und Falken teilhaben zu lassen, ist das Ergebnis langer und geduldiger Arbeit. Auch die Jagd mit einem Vogel zählt hierzu. Das sollte man sich klarmachen, bevor man sich in das Falknerleben stürzt. Rückschläge gehören dazu, aber auch erfüllende Erfolgserlebnisse, für sich selbst und seinen Greifvogel. Und die Erfolgserlebnisse zählen. In diesem Sinne... FALKNERSHEIL!