Falknerei und Beizjagd

"De arte venandi cum avibus..."

Die Geschichte der Falknerei (auch Beizjagd genannt) erstreckt sich über mehr als 4.000 Jahre und wandelte sich von einer Überlebensstrategie zu einem exklusiven Statussymbol des Adels. Seit 2010 ist sie von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Die Entstehung (vor ca. 4000 Jahren)

Die Falknerei hat ihre Wurzeln vermutlich in den Steppen Zentralasiens (Mongolei) und im Nahen Osten (Mesopotamien).

In baumlosen Gebieten war der Einsatz von Greifvögeln effektiver als Speer oder Bogen, um Fleisch zur Selbstversorgung zu gewinnen. Über Handelskarawanen gelangte das Wissen nach Arabien und Persien, wo die Techniken verfeinert wurden.

Die Blütezeit im Mittelalter

Durch die Völkerwanderung (Hunnen, Alanen) im 4. und 5. Jahrhundert verbreitete sich die Falknerei in Europa. Der Stauferkaiser Friedrich II. (1194–1250) gilt als bedeutendster Falkner der Geschichte. Sein Werk "De arte venandi cum avibus" (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen) ist bis heute ein wissenschaftliches Standardwerk.

Die Falknerei war ein streng gehütetes Privileg des Adels. Es gab eine Hierarchie, welcher Stand welchen Vogel fliegen durfte (z. B. Gerfalken für Könige, Sperber für den niederen Adel). Der Diebstahl oder die Tötung eines Jagdfalken konnte im Mittelalter mit dem Tod bestraft werden.

Falknerei heute

Heute steht weniger der Jagderfolg als vielmehr der Greifvogelschutz und der Erhalt des kulturellen Erbes im Vordergrund.

Falkner leisten wichtige Beiträge bei:

der Auswilderung und Rehabilitation verletzter Wildvögel.
 
der biologischen Flugabwehr an Flughäfen oder Krankenhäusern (Vergrämung).
 
der Vermittlung von ökologischem Wissen in Falknereien und Wildparks.