Falkner/-in als Beruf, geht das?

Ich habe - aus gegebenem Anlass - nachgeforscht, ob "Falkner" tatsächlich eine Berufsbezeichnung ist. Ich bin angenehm überrascht und kann die Frage mit "ja" beantworten, muss dennoch gleich ein "aber..." hinzufügen. Das Jobcenter führt tatsächlich "Falkner" in seinem Berufekatalog auf, mit Stellenbeschreibung und Gehaltsspiegel.

Es ist aber kein Ausbildungsberuf im herkömmlichen Sinn. Man empfiehlt, eine tiernahe Ausbildung, wie z.B. Tierpfleger oder Tiermedizinischer Fachassistent, zu wählen. Mit dieser abgeschlossenen Ausbildung kann man dann in eine Falknerei wechseln, um dort fachliches und praktisches Wissen wie Greifvogelkunde und -management zu erwerben. Dieses Wissen dient als Vorbereitung zum Ablegen der Jäger- und Falknerprüfung, in denen auch rechtliche Rahmenbedingungen vermittelt werden. Ohne diese Prüfungen darf man nämlich nicht die Aufgaben eines Falkners wahrnehmen (Halten eines Greifvogels, Beizjagd zur Bestandskontrolle von jagdbarem Wild in Revieren und öffentlichen Anlagen, Vergrämung von Wild auf Friedhöfen und Flugplätzen). Optimaler Ausbildungsbetrieb ist eine Falknerei mit Ausbildungsberechtigung (in Wildparks, Zoos, oder eine reine Greifvogelstation), die beides - tiernahe Ausbildung und Vermittlung von Greifvogelerfahrung - bietet.

Um das Ergebnis meiner Nachforschungen zum Falknerberuf zusammen zu fassen: die Ausbildung zum Falkner dauert im Vergleich zu herkömmlichen Ausbildungsberufen mindestens zwei Jahre länger. Fünf Jahre sind realistisch, da nach erfolgreicher Ausbildung zum Tierpfleger o.ä. Jäger- und Falknerprüfung abgelegt werden müssen. Ein Jahr für jede Prüfung ist realistisch. Da die Kosten für diese Prüfungen und Lehrgänge i. d. R. vom Falkner in spe selbst getragen werden müssen, ist diese Ausbildung auch kostenintensiver als andere.

Wer nur Jäger- und Falknerprüfung bestanden hat, darf sich zwar auch "Falkner" nennen, es ist aber dann keine Berufsbezeichnung, sondern eine "Berufung".